"Je mehr man gelesen hat,
um so besser kann man irgendwann auch schreiben"
(Wolfram Hänel)
Fragebogen

"Warten auf Godot"
Plakat für die Landesbühne Hannover, Hänel 1984
Farbe:
blau und gelb
Kleidung:
Jeans, Clogs, Wollpullover, meine Lederjacke,
mein rotes T-Shirt mit der Aufschrift:
"earth is flat, pigs can fly, and nuclear power is safe"
Essen:
Lasagne, Ziegenkäse, Kümmelbrot,
Hackbraten, Pirogge, Schwarzwurzeln,
Steinbeißer,
rödspaetter med rejer og aspargus, a full irish breakfast without beans...
Sanddorn-Marmelade
Getränk:
Milch, Kakao, Guinness (noch lieber:
Beamish!),
Teroldego Rotaliano, Randersacker
Ewig Leben
(und falls mir mal einer eine wirklich große Freude machen will:
1998er Séguret, Côtes du Rhône Villages, Domaine de Cabasse!
alternativ: Freyburg-Unstrut, Blauer
Zweigelt)
Sport:
Kanu fahren, Skilaufen, walking the dog
Musik:
The Kinks, Chrissie Hynde und manchmal
U2
...und für alle Lehrer und Nachbarn, die es ganz genau
wissen wollen -
beim Schreiben:
John Mayall, "USA Union" und "Road Dogs";
Latin Quarter, "Bringing Rosa Home";
Jack Bruce, "Shadows In The Air";
Marianne Faithfull, "Strange Weather";
Van Morrison with Georgie Fame, "How Long Has This Been Going On";
Bob Dylan, "John
Wesley Harding"
Und nachts:
Cream, "Disraeli Gears";
Baker, Bruce, Moore,
"Around The Next Dream";
Gong,
"Flying Teapot";
Keith Richards, "Talk Is Cheap";
The Rolling Stones, "Let It Bleed"
und "Sticky Fingers";
Colosseum, "Live 05";
Chris Farlowe And The Thunderbirds, "Out Of The Blue",
Blondie, "No
Exit";
Jack Bruce and Robin Trower: "Seven
Moons";
Ray Davies, "Storyteller"...
Songs:
"Celluloid Heroes", "Supersonic Rocket Ship"
und
"I'm Not Like Everybody
Else" von den Kinks,
"Blazing Away", "Vagabond Ways" und "Don't forget me"
von Marianne Faithfull,
"Wild Horses"
und "You Got The Silver" von den Stones
Album:
U2, "All that you can`t leave behind"
Jethro Tull, "Too Old To Rock'n'Roll, Too Young To Die"
Ray Davies, "Other
People's Lives"
Robert Plant/Alison Krauss, "Raising Sand"
Eleanor McEvoy, "Love must be tough"
Tipps zum Reinhören:
Eleanor McEvoy, "What's Following Me?"
John Kay, "Heretics And Privateers"
Rarität:
Sonny Boy Williamson & The Yardbirds,
London 1963
Roman:
Auf dem schwarzen Berg
(Bruce Chatwin)
Löwenzahnwein
(Ray Bradbury)
Gesang der Kojoten
(Colum McCann)
Fräulein Smillas Gespür für Schnee
(Peter Hoeg)
Zornige grüne
Insel
(Liam O'Flaherty)
Früchte des Zorns
(John Steinbeck)
Das Totenschiff
(B. Traven)
Henri Quatre
(Heinrich Mann)
Der Funke Leben
(Erich Maria Remarque)
Der Krieg am Ende der Welt
(Vagas Llosa)
August Weltumsegler
(Knut Hamsun)
Die Entdeckung der Langsamkeit
(Sten Nadolny)
Der Name der Rose
(Umberto Eco)
Die
rote Antilope
(Henning Mankell)
Was
ich liebte
(Siri Hustvedt)
Weiße Nigger
(Ingvar Ambjörnsen)
auf englisch:
Inishowen (Joseph O'Connor, noch
besser: Star of the Sea);
Divisadero (Michael Ondaatje);
mit Abstand schlechtester Roman in den letzten Jahren:
The Da Vinci Code (Dan Brown)
Kinderbuch:
Stachel-Charlie (Janwillem van de Wetering);
Peter und der Prof (Ingvar Ambjörnsen);
Die Langerudkinder (Marie Hamsun);
Tito, die Wölfin (Ernest Thompson Seton);
Bruder Staubfuß (Rosemary Sutcliff)
Der Krieg der Knöpfe (Louis Pergaud)
Pferdebuch:
Sturmwind (Mary O'Hara)
Krimi:
alle Krimis von Maj Sjöwal und
Per Wahlöo,
dito von Janwillem van de Wetering und Jean-Claude Izzo;
Mensch auf Raten (Boileau/Narcejac), Blutiger Sommer (Japrisot);
die "Jack Taylor"-Stories von Ken Bruen
Kurzgeschichten:
Als
Vaters Bart noch rot war (Wolfdietrich Schnurre)
Gedicht:
Die Liebenden (Bert Brecht);
Fantasie von übermorgen (Erich Kästner)
(Auto-)Biographie:
The Real Frank Zappa Book (Frank Zappa)
Rebellion und Wahn (Peter Schneider)
Ton Steine
Scherben - Keine Macht für Niemand
(Kai Sichtermann
u.a.)
Schriftsteller (in
Deutschland, noch lebend):
Christa Wolf,
Barbara Sichtermann, "Vicky Victory";
manchmal auch Uwe Timm (ausgenommen seine Kinderbücher!)
Lesetipp:
Kirsten John, "Schwimmen lernen in Blau";
Juli Zeh, "Spieltrieb";
nicht nur stilistisch spannend auch noch: Gerrit Bekker
Reiseschriftsteller:
Paul Theroux, Bruce Chatwin, Tim Severin
(nein, nicht Bill Bryson!)
Reisebuch:
Die Stille ist ein Geräusch (Juli Zeh)
Essayist:
Hans Magnus
Enzensberger (mit Einschränkungen)
Zeitung:
Freitag.
Die Ost-West-Wochenzeitung
(den politischen Teil, der kulturelle lässt deutlich zu wünschen übrig)
Kabarettist:
Georg
Schramm
Theaterstück:
Unter dem Milchwald (Dylan Thomas)
Itsi Bitsi (Iben Nagel Rasmussen/Odin Teatret)
1789 (Théatre du Soleil)
Die Stunde da wir nichts voneinander wussten (Peter
Handke)
Andersen's Dream (Odin Teatret)
Theatermacher:
Dario Fo, Jérome Savary
Film:
Feld der Träume,
18 Stunden bis zur Ewigkeit,
Die Filzlaus, Der Clou,
Zwei Banditen,
Nada, Victor/Victoria, Cabarett,
Im Lauf der Zeit,
Messer im Kopf, Der mit dem Wolf tanzt,
Stammheim,
Sleepers, Wag the Dog, Black Rain,
Spy Game, Ocean's Eleven,
Blood Diamond, Die fetten Jahre sind vorbei,
Robert Altman's Last Radio Show,
Die Wannsee-Konferenz, Stage Beauty,
Inglourious Basterds...
alte Filme:
Der Krieg der Knöpfe, Der dritte Mann, Lohn der Angst, Fahrraddiebe,
Mamma Roma von Pasolini,
Die Mörder sind unter uns von Wolfgang Staudte
Filmemacher:
Luis Bunuel
Schauspieler:
Gottfried John, Robert Redford,
Al Paccino,
Steve McQueen in "Cincinetti Kid",
Michelle Pfeiffer in "Die fabelhaften Baker Boys",
Catherine Zeta-Jones in "Chicago",
Cate Blanchett als Bob Dylan in "I'm Not There",
(der alte) Clint Eastwood,
Bruno Ganz, Götz George, Mario Adorf, Anna Magnani, Stephane Audran...
(schlechteste Schauspieler: Harrison Ford, Tom Cruise)
Künstler:
Leiv W. Donnan, Timm Ulrichs, Kurt Schwitters
(alle aus Hannover)
Duane Hanson,
William Turner, Emil Nolde (seine Himmel über dem Meer!),
manchmal Gottfried Helnwein, Klaus Staeck
Kunsträume:
"Magical
Garden" von Bob Wilson,
"Merry-Go-Round
2" und
"Location
1"
von
Hans Op de Beeck,
"Springfever"
von Yvonne Goulbier
Stadt:
Kopenhagen (Amsterdam, Antwerpen, Hannover)
Land:
Irland, Norwegen und Schweden
(besondere Plätze: Mannin Bay in der
Connemara,
Sheep's Head, Long Strand
und
Galley Head Lighthouse
in West-Cork,
The Druidstone in Wales,
Svinklöv und Lerup Strand in Nord-Jütland,
Annas Berg bei Kristiansand, Vammerviken bei Gustavsfors,
der Friedhof von Telavag auf Sotra;
manchmal Le Gurp an der französischen Atlantikküste...)
Fluss:
Shannon, Blackwater River, Drobie
Insel:
Inishturk, Fyrö (Baltrum, wenn keiner weiter da ist)
Tier:
Border Collie, Wolf, Wildschwein, Esel
Was ich
am liebsten mache:
bei Sturm am
Strand lang laufen,
im Meer schwimmen,
dem Regen zuhören, schlafen... lesen!
Mit Freunden in der Küche sitzen und nächtelang reden.
Was mir
Angst macht:
Atomkraftwerke, schnelle Autos, Millionäre, Skins und Generäle,
Leute, die alles besser wissen, Leute, die nicht mehr lachen
können,
Leute, die nicht über sich selbst lachen können.
Was mich wütend
macht:
Leute, die keine Verantwortung übernehmen
für das, was sie tun,
die nichts von dem tun, was sie tun könnten,
die sich lustig machen über die Träume,
die sie früher hatten,
die nur noch müde abwinken und alles blockieren,
die für nichts mehr brennen.
Was
ich für wichtig halte:
viel zu sehen und sich viel zu merken,
an seine eigenen Träume und Ideen zu glauben,
sich einzumischen,
wenn irgendwo irgendjemand ungerecht behandelt wird.
Stellung zu beziehen. Partei zu ergreifen.
Eine Haltung zu haben
und sie auch zu zeigen.
Was ich
an meinem Beruf am besten finde:
Dass er mir Spaß macht, dass ich keinen Chef habe
(außerdem war es der einzige Beruf, der mir eingefallen ist,
bei dem ich anziehen kann, was ich will, nicht früh aufstehen muss
und mich nicht unbedingt mit Leuten zu unterhalten brauche,
die ich in Wirklichkeit gar nicht mag!)
Wo ich
am liebsten schreibe:
im Garten,
in der blauen Küche
(die eigentlich gelb ist)
Was ich
gern wäre, wenn ich nicht Schriftsteller wäre:
Theaterdirektor, Leuchtturmwärter oder Tagedieb
Wen ich
richtig gut finde:
Meinen Freund Míchéal vom Red Moon Theatre in Irland,
der mal gesagt hat, dass irgendwann der Tag kommen muss,
an dem es nur noch Leute mit Phantasie und Ideen
gibt.
Leute wie uns.
Außerdem glaubt er auch noch an Feen, Elfen und Zwerge.
"Mock-up", Hilkje Hänel 2001
Immer mal wieder werde ich von irgendjemand gefragt,
was ich mit meinen Geschichten eigentlich
erreichen will ...
1.
Ich glaube an Geschichten!
Und ich will gute Geschichten erzählen in einer Zeit,
die arm geworden ist an guten Geschichten.
2.
Ich will die Phantasie zum Instrument des Widerstands
machen -
Widerstand gegen Arroganz,
Mittelmaß und Dummheit, oder einfacher: gegen den "Zeitgeist".
3.
Ich will Zweifel säen. Zweifel an Obrigkeiten,
hierarchischen Strukturen,
vorgeblichen Autoritäten, an Geld und Macht.
4.
Ich will den Lauf der Welt ein wenig verlangsamen, die Zeit anhalten,
Sand ins Getriebe streuen!
5.
Ich will den Finger in offene Wunden legen, auf Missstände aufmerksam machen,
den Leser dazu kriegen,
dass er seinen eigenen Kopf benutzt!

"Die Wahrheit"; Garderobenspiegel, Hänel 2001
Spendet
für Greenpeace!
Unterstützt
Ärzte ohne Grenzen!
Übernehmt
eine Patenschaft!
Tut
was!
www.greenpeace.org
www.aerzte-ohne-grenzen.de
www.plan-deutschland.de
www.warchild.org
Rettet
Christiania!
http://christiania.org
Kunst, die sich einmischt, weiß
keine Antworten.
Aber sie hilft, die richtigen Fragen zu stellen.
(Eugenio Barba; Odin-Teatret, Dänemark)
Wer träumt, wacht hungrig
auf!
...in diesem Sinne siehe auch:
GBlog